"Das ist aber ein lieber Mischling." Diesen Satz kriegen wir oft zu hören. Es liegt daran, dass die meisten Leute keine Ahnung haben, dass ein Kromi ein Rassehund ist - und noch dazu ein ganz Besonderer.
Für die Freunde dieser Rasse ist der Kromi einfach wunderbar, ein idealer Familienhund. Seine Familie, besonders eine Bezugsperson der Familie, bedeuten ihm einfach alles. Seiner Familie weicht er nicht von der Seite. Er hat kaum Jagdtrieb, läuft im Wald beim Spaziergang höchstens einmal aus Neugier ein paar Meter einem Hasen hinterher und kommt dann sofort zurück. Er will ja nicht zu weit weg sein von seinen Leuten.
Und, man mag es kaum glauben: Ein Kromi riecht nicht einmal so
stark nach Hund!
Fremden gegenüber ist er zumindest anfangs meist etwas misstrauisch.
Der Kromi ist in der Regel kein Partylöwe, der jeden gleich in sein
Herz schließt. Und fremden Hunden, die etwas ungestüm sind, geht der Kromi meist lieber aus dem Weg.
Wir wohnen hier direkt am Waldrand, wir haben keinen Zaun und Rehe und Hasen kommen bis in unseren Garten, um an den Rosen zu knabbern. Der nicht vorhandene Jagdtrieb des Kromfohrländers war für uns der ausschlaggebende Grund, uns damals für diese Rasse zu entscheiden.
Das ist kromitypisch. Ein Kromi kann im Tiefschlaf sein.
Verlässt man das Zimmer, um auf die Toilette zu gehen, muss er mit.
Bleibt die Tür zu, sitzt er traurig davor. Darf er mit rein, legt
sie sich auf die Füße und schläft weiter. Das ist einerseits nett,
kann aber manche Menschen auch ganz schön nerven. Wir haben schon
von Leuten gehört, die mit ihrem Kromiwelpen schier wahnsinnig
geworden sind, weil er immer um ihre Füße rumwuselte. Kromis wollen
immer ihren Leuten nahe sein, das muss man wissen und wollen.
Sind wir im Garten dann sind unsere Hunde auch draußen, gehen wir ins Haus
dann gehen sie auch rein.
Das haben wir noch nie erlebt. Vielleicht wird eine Person im "Rudel" etwas bevorzugt, aber geliebt werden alle. Jedoch haben wir schon Familien erlebt, die sich einen Kromi angeschafft haben, weil der junge Sohnemann damit mit seinen Freunden spielen wollte. Die Folge war, dass der Kromi von den Freunden gar nicht so begeistert und der Sohnemann deshalb traurig war.
Des Kromfohrländers kleine Welt ist sein "Rudel". Diese absolute
Nähe zu seinen Menschen bringt aber auch weitere Eigenarten mit
sich. Viele Kromfohrländer wollen sich, wenn sich an der Leine sind,
fremde Hunde vom Hals halten und protestieren bei allzu großer Nähe.
Ein Kromi ist kein Partylöwe, wie etwa ein Labrador, der freudig
jeden Artgenossen mit Karacho niederrennt. Er braucht keine anderen
Leute oder Hunde.
Neben dem einzig offiziellen Züchternachweis kann man sich auch über Erscheinungsbild und Rassestandard des Kromfohrländers am besten beim Rassezuchtverein der Kromfohrländer kundig machen.
Laut FCI-Klassifikation gehört der Kromfohrländer zur Gruppe 9, den Gesellschafts- und Begleithunden. Er zählt zu den mittelgroßen Hunden, erreicht eine Schulterhöhe von 38 bis 46 Zentimeter und ein Gewicht von etwa 9 bis 14 Kilogramm (Hündin), beziehungsweise 11 bis 16 Kilogramm (Rüde).
Es gibt zwei Haarvariationen: Rau- und Glatthaar. Und bei jeder dieser beiden Varianten gibt es wiederum die Haarlänge kurz, mittel oder lang. Das ergibt schon mal sechs verschieden aussehende Hunde.
Die Grundfarbe ist weiß. Hellbraune, rotbraune bis stark dunkelbraune Abzeichen in Form von verschiedenen großen Flecken geben ihm sein charakteristisches Aussehen. Schwarz kommt auch vor, gilt aber als Fehlfarbe. Die Maske, also die Blässe im Gesicht, sollte weitgehend symmetrisch sein.
Bei der Geburt unterscheidet man zwischen "Hellgeborenen" und "Dunkelgeborenen", wobei das Braun stark variieren und fast bis schwarz gehen kann, wie bei Isikann. Hellgeborene werden später aber dunkler, Dunkelgeborene heller. Somit gleichen sie sich wieder an. Die Hellgeboren haben jedoch zeitlebens eine hellere Nase, bei bestimmter Sonneneinstrahlung fast erdbeerrot.
Wenn Züchter über einen Wurf reden, hört man oft die Bemerkung "ja,
der Kromfohrländer ist eine Wundertüte. Da weiß man nie was
rauskommt".
Damit wird gemeint, dass in einem Wurf kurzhaarige, langhaarige,
raue, glatte und sogar schwarz-weiße Welpen vorkommen können. Das macht ja
gerade das Liebeswerte und Besondere am Kromfohrländer aus.